Neue Vorstandschaft und Mitgliederehrungen 

- Aktivitäten und Berichte aus dem Heimatverein Abenberg

von Silvia Johann

 

Vorsitzender Jürgen Kuhn sieht den Heimatverein, besonders durch die aktiven Mitglieder, gut aufgestellt. Mit 39 überwiegend jungen Neumitgliedern wird auch die Arbeit des Heimatvereins zukünftig im Sinne der Satzung sicherlich weitergeführt.

Er bedankt sich namentlich bei vielen, für die geleistete, ehrenamtliche Arbeit.

 

Berichte der Vorstandschaft und Arbeitsgruppen/kurze Zusammenfassung: 

  • Zeitzeugenbefragung, Thema Nachkriegsjahre 1945/46
  • Ferienprogramm
  • Grenzsteinwanderungen
  • Digitalisierung Klöppelexponate
  • wiedergefundene Stillaglocke
  • UNESCO Immaterielles Kulturerbe für das „Metall-Spitzenklöppeln Abenberg“
  • Kooperation des Klöppelmuseum mit dem Rother Fabrikmuseum und dem Gilardihaus in Allersberg
  • Heimattreff Gespächsrunde jeden ersten Dienstag im Monat im Heimathaus
  • Kassenbericht und Jahresergebnis
  • Renovierung im Außenbereich des Heimathauses

Die Bürgermeisterin Susanne König sprach ein Grußwort, worin sie sich erfreut über die vielen breitgefächerten Aktivitäten des Heimatvereins zeigte.

 

Turnusgemäß fanden Neuwahlen statt:

1. Vorsitzender: Jürgen Kuhn

2. Vorsitzende: Andrea Wachsmuth

Kassiererin: Silvia Johann

Schriftführerin: Tanja Rank

Beisitzer: Herbert Wettengel, Christiane Hörndler, Andreas Kuhn, Thomas Schübel, Petra Seitzinger, Manfred Reif, Wechsler, Werner Bäuerlein, Franz Bachmann, Helmut Walter, Jens Meyer, Guido Jahn

 

Für langjährige Mitgliedschaft wurden geehrt:

25 Jahre: Edwin Brummer, Brigitte Korn, Stilla Lang, Waltraud Probst, Petra Seitzinger

40 Jahre: Anni Arnold, Werner Bäuerlein, Georg Bernreuther, Erna Berthold, Helmut Binder, Käthe Braun, Dr. Walter Buckl, Alfred Bulin, Hans Endner, Konrad Fromberger, Maria Henglein, Christiane Hörndler, Georg und Ursula Kattinger, Katharina Nagel, Alfred Nusselt, Albert Maurer, Dietlind Probst. Ernst Ratschmeier, Anna Sauerbeck, Josef Schneider, Gerda Scholz, Otto Schulz, Gertrud Siemandel, Rainer Wiedmann

50 Jahre: Paul Fromberger, Karlheinz Walter

Franz Kornbacher erhielt in 2020 den Ehrenamtspreis der Sparkasse Mittelfranken-Süd. Er stellt die Hälfte des damit verbundenen Preisgeldes von 2.500 Euro dem Heimatverein zur Verfügung. Dafür bedankt sich der Vorsitzende herzlich.

 

Ehrungen. 

Foto Hiltl.

ABENBERGER SPITZENJUWELEN

Heimatverein stellt Buch von Jutta Reichmann im Klöppelmuseum vor

 

von Silvia Johann, Heimatverein Abenberg

 

Die Autorin/Künstlerin Jutta Reichmann zeigt nicht nur die ursprünglichen Metallspitzen aus dem alten Musterbuchfund, sondern gibt detailliert Anweisungen über die Technik und Verarbeitung der Metallspitze, interpretiert und konstruiert neue Klöppelbriefe mit verständlichen Fadenzeichnungen für Fachleute und Hobbyklöppler/innen. Eine herausragend schöne Bebilderung des ausgeklöppelten Schmucks und der Kronen in Gold und Silber vollenden diese Neuerscheinung.

 

„Das Buch ist ein weiterer Meilenstein für unsere Klöppelkunst“, würdigte der Heimatsvereins-Vorsitzende Jürgen Kuhn die neue Publikation. Er lobte die ehrenamtliche Arbeit von Silvia Johann, die sich um die Veröffentlichung bemühte. Schatzmeisterin Johann strebe an, dass Metall-Spitzenklöppeln in Abenberg als UNESCO IMMATERIELLES KULTURERBE anerkannt wird, freute sich Kuhn. 

 

Der Ehrenvorsitzende des Heimatvereins Franz Kornbacher lobte „das ausgezeichnete Miteinander und Füreinander“ zwischen Jutta Reichmann und dem Heimatverein, was aus einem langjährigen Kontakt gewachsen ist. Klöppeln sei Gehirntraining und empfehlenswert auch als Reha-Maßnahme z.B. nach Unfällen, so Kornbacher. Bei Kindern fördert es die Konzentration, die Geschicklichkeit und Fingerfertigkeit.

 

„Das Thema Metallspitzen hat mich angeregt, selbst Goldspitzen für Schmuck und Kronen zu klöppeln“, berichtet Jutta Reichmann, „nach dem Musterbuchfund von Metallspitzen in Abenberg habe ich mich verstärkt damit beschäftigt.“ Reichmann absolvierte zahlreiche Weiterbildungen, z.B. in der hiesigen Klöppelschule, beim Dt. Klöppelverband und seit vielen Jahren in der Bauernschule Bad Waldsee.

 

Die Tradition der Klöppelspitze prägt die Stadt Abenberg seit mehr als vier Jahrhunderten. Angefangen vom historischen Ursprung im unserem Kloster Marienburg, der ersten urkundlichen Erwähnung eines Spitzenhändlers im Jahr 1771, dem großen Aufschwung Mitte des 19. Jahrhunderts als internationales Zentrum der leonischen Metallspitze, zieht sich der Faden über die Gründung der Klöppelschule im Jahr 1913 bis heute.

 

In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts begannen Franz Kornbacher und Josef Heiling Klöppelexponate zu sammeln und verwirklichten das erste Klöppelmuseum im Rathaus der Stadt im Jahr 1981. Seit 2001 befindet sich das Klöppelmuseum auf Burg Abenberg. Dort werden zur Zeit in der Sonderausstellung „SpitzenBURG ´22“ die Arbeiten von Jutta Reichmann so wie von ca. 50 fränkischen Klöppler/innen gezeigt. 

 

Der Heimatverein ist durch den ständigen Neuerwerb, Eigentümer von ca. 3.000 Klöppelexponaten und Sammlungsgegenständen. Nicht nur die Bewahrung der Tradition ist ein Ziel des Heimatvereins, sondern auch das Weitergeben in die Zukunft. 2016 bis 2018 wurde eine Dokumentation, Inventarisierung und Digitalisierung des Bestands durch die Firma CD-LAB durchgeführt. Somit kann online weltweit Einsicht genommen werden. 

 

In der BR Sendung „Heimat der Rekorde“ (Staffel 3, Folge 2/8 vom 20.01.2020, 20.15 U) wurden die „meisten aktiv zusammen klöppelnden Personen und die längste Klöppelspitze der Welt“ vorgestellt.

 

Bei dem 2013 erschienenen 120seitige Buch EDLER GLANZ - ABENBERGER SPITZENSCHÄTZE AUS GOLD UND SILBER wirkte auch u.a. Jutta Reichmann sowohl als Autorin wie auch als Klöpplerin mit. Es liest sich wie ein Geschichtsbuch und Lexikon, reich bebildert; ein bleibendes Highligth auch für der Zukunft. Liebe interessierte Abenberger, Ihr solltet Euch das Buch kaufen (29,- Euro) oder in der Bücherei ausleihen. 

 

Jutta Reichmann unterstützte damals Christine Meier auch beim Kunstwerk „Klöppelskulptur am Kreisverkehr Spalter Straße“. Die Postkarte „Abenberg ist Spitze!“, eine Nachtaufnahme von Karlheinz Hiltl ist auch käuflich zu erwerben. 

 

Der Heimatverein ist stolz und dankbar, zusammen mit Jutta Reichmann einen Beitrag zu den Jubiläen 40 Jahre Klöppelmuseum und fast 110 Jahre Spitzenklöppelschule leisten zu können. 

 

Die Neuerscheinung ist für 12,50 Euro beim Heimatverein (Johann Tel. 0177 888 3210), im Museum und in der Klöppelschule zu kaufen.

 

Silvia Johann bedankt sich für die beste Zusammenarbeit bei Jutta Reichmann.

Foto: Hiltl.

 

Die geklöppelten Metall-Spitzen-Kronen zum Buch in der Vitrine im Klöppelmuseum.

Foto: Vitrine mit Kronen Hiltl.

Foto:
Der geehrte Franz Kornbacher (3. von rechts) mit von rechts Hans-Jürgen Rohmer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mittelfranken-Süd, Jürgen Kuhn, dem Vorsitzenden des Abenberger Heimatvereins, Renate Merk-Neunhoeffer, Schulleiterin an der Comenius-Schule im Auhof, Landrat Herbert Eckstein, Melanie Fodor von der Abenberger Sparkassenfiliale und Abenbergs Bürgermeisterin Susanne König.

Ehrenamtspreis für Franz Kornbacher

„Gut. Im Ehrenamt: Engagiert für Kunst, Kultur und Brauchtum“ war im Jahr 2020 das Motto für den Ehrenamtspreis der Sparkassenstiftung Mittelfranken-Süd überschrieben. Wegen der Corona-Beschränkungen wurden die Preisträger zwar im letzten Jahr aufgrund eingereichter Vorschläge ausgesucht, Ehrung und Übergabe des Preises an verdiente Ehrenamtliche finden aber erst dieser Tage statt.
Abenbergs Bürgermeisterin Susanne König freute sich bei der  Begrüßung, dass ein Abenberger diesmal einen Ehrenamtspreis erhält. Hans-Jürgen Rohmer, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Mittelfranken-Süd, informierte, dass in dieser neunten Runde sechs Preisträger aus Schwabach und den Landkeisen Roth und Weißenburg-Gunzenhausen ausgewählt wurden – was nicht leicht war für die Jury. „Jeweils 2500 Euro Preisgeld  erhalten die Preisträger, das sie aber nicht selbst behalten dürfen. Vielmehr können sie es ihnen nahen Vereinen, Institutionen oder Einrichtungen zukommen lassen.“
Geehrt würden Menschen, die mehr tun als andere, die das Leben von Mitmenschen ein großes Stück lebenswerter machen. Eines haben alle Preisträger gemeinsam: „Ihnen ist nicht gleichgültig, was in der Region geschieht, sie warten nicht, dass andere etwas tun, sondern packen an, sind für andere da und erwarten nicht einmal Beifall.“ Von sich selbst sagen sie vielmehr: Ich mach doch nichts Besonderes.
Kreisheimatpflegerin Eva Schultheiß, die Kornbacher vorgeschlagen hatte, begann mit einem Jubiläum: „70 Jahre engagiert sich Franz Kornbacher heuer“. Es begann mit der Mitarbeit in der Bücherei, deren Leitung er dann vor 70 Jahren übernahm und bis 2006 inne hatte. Noch immer ist er auf deren Website als Ansprechpartner genannt. In der katholischen Jugend war er als Gruppenleiter bei Kolping aktiv, führte viele Jugendliche der Kolpingfamilie zu und arbeitete im Pfarrgemeinderat mit. Auch sportlich war der Geehrte engagiert bei der DJK in der Jugendarbeit mit Leichtathletik und Tischtennis. Auch übernahm er zehn Jahre lang im Stadtrat Verantwortung für seine Heimatstadt.
Sein Interesse an Abenberg und der Region führte zu aktiver Mitarbeit im Heimatverein, dessen Vorsitzender er zeitweise war und heute Ehrenvorsitzender ist. Er ist Mitbegründer des Förderkreises historische Burg Abenberg, In zahlreichen heimatkundlichen Führungen und Wanderungen gibt er sein reiches Wissen über Burg, Stadt, Kloster und Region weiter. Ziele können Kirchen sein, Grenzsteine oder historische Wege wie der Judenweg. Für den Landkreis Roth und die Heimatpflege sagt er bereitwillig seine Mitarbeit zu, sei es beim heimatkundlichen Jahresthema, bei heimatkundlichen Buchprojekten oder der Lehrerfortbildung. Das wandelnde Archv der Burg- und Stadtgeschichte bereichert häufig die heimatkundlichen Streifzüge des Landkreises mit seinen vielfältigen Aufsätzen.
„Frag doch einfach den Franz“, betitelte die Mäbenbergerin Irene Heckel ihr Statement für die Jury. Für einen Mundart-Nachmittag suchte sie einen kompetenten Gast und kam auf Franz Kornbacher, „schließlich sind Georgensgmünd und Abenberg nicht weit voneinander entfernt. Daraus ergab sich die heimatkundliche Zusammenarbeit. „Ich wünsche, dass Du noch viele Jahre Dein Wissen weitergeben kannst“, schloss sie.
Landrat Herbert Eckstein erinnerte an Kornbachers heimatkundliche Auszeichnung 1993. Bei der Vorstellung der heimatkundlichen Streifzüge in Rohr „warst Du der erste, den ich mit der Nachbildung des Rinderanhängers, der bei Landersdorf entdeckt wurde, ehren durfte.“ Aber damit hörte Franz Kornbacher nicht auf, sondern setzte sein Engagement fort und wurde 2004 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Und auch das setzte keinen Schlusspunkt, so dass Franz Kornbacher heute den Ehrenamtspreis der Sparkassenstiftung erhält. „Der Herr der Burg wollte aber nie Burgherr sein“, scherzte der Landrat, „die Burg hat es Dir angetan“. Er betonte auch – in Anspielung an die vielen geklöppelten Netze im Klöppelmuseum, dass er ein großes Netzwerk geknüpft hat. Bei „Klöppel-Franz“ wusste jeder, wer gemeint ist.
Nach der Übergabe des Preises durch Hans-Jürgen Rohmer waren alle gespannt, wer das Preisgeld bekommen würde. Dies bekannt zu geben, war Franz Kornbacher vorbehalten. Nach einem herzlichen Dank an die Sparkasse gab er bekannt, dass der Heimatverein Abenberg und die Comeniusschule im Auhof je 1250 Euro erhalten. Der Verein mit dem Vorsitzenden Jürgen Kuhn, weil Kornbacher sich schon so lange für ihn engagiert, und der Förderverein Freundeskreis der Comenius-Schule, in der seine Enkeltochter so gut aufgehoben ist. „Diese Schule ist für Menschen da, die nicht auf sich allein gesetellt sein können, da wird das Geld sicher gut verwendet, sagte er an Schulleiterin Renate Merk-Neuhoeffer gewandt.
„Die Bücherei, deren Leitung ich 1951 übernahm, ist heute die Stadtbücherei und ich seit 2006 nur noch Mitarbeiter“, gab er zu. „Aber in meinem Alter kann man sich langsam zurückziehen.“
Ein wichtiger Meilenstein im Heimatverein war 1970/71 der Beschluss, statt einer kleinen heimatkundlichen Sammlung ein Klöppelmuseum aufzubauen, denn „Klöppeln ist für Abenberg typisch“. Dies konnte  und kann nur im Team geschehen, in der Bücherei und im Heimatverein, erinnerte er an die wichtigsten Weggefährten und an seine 2005 verstorbene Frau. 1981 konnte im Rathaus das Klöppelmuseum eröffnet werden. Heuer begehe man also die Jubiläen „40 Jahre Klöppelmuseum“ und „20 Jahre Klöppelmuseum auf der Burg".
Ein großer Teil heimatkundlicher Arbeit geschehe auch daheim und schriftlich, gerade auch während der Corona-Beschränkungen. Da ist es gut, wenn man vieles aufgehoben hat und leicht nachlesen kann. So hat sich eine unerschöpfliche Fundgrube angesammelt. „Und das alles macht mir viel Spaß, und ich bin dankbar um jeden Tag, an dem ich noch was tun kann“, gab er zu.

Umbau- und Fassadenmaßnahmen am Heimathaus

Von der Hauptstraße aus gesehen. (Foto: Si. Johann)

 

 

 

 

 

               Die neue Treppe fertig eingebaut. (Foto: Si. Johann)

 

 

 

Trockenlegung Garage Südseite, Manfred Reif (Foto: Si. Johann)

Umbau- und Fassadenmaßnahmen am Heimathaus

 

Was lange währt, wird endlich gut! So kann man das Vorhaben des Heimatvereins Abenberg überschreiben. Nachdem das 2007 gekaufte Haus, ehemals Frisörsalon, dann langer Leerstand, innen renoviert und für die Nutzung als Ausstellungs-, Tagungs- und Aufbewahrungshaus umgebaut wurde, soll jetzt die äußere Erscheinungsform schöner werden und dann bestimmt zum positiven Stadtbild gegenüber dem herrlichen Rathaus beitragen; das Heimathaus steht in der Straßenfront zwischen zwei markanten Baudenkmälern, dem Pfarrhaus und dem Fachwerkhaus, Stillaplatz Nr. 4.

 

Mit der in Abenberg bekannten Stadtplanerin und Architektin Brigitte Sesselmann, Nürnberg, wurde 2019 die Projektbeschreibung und Kostenermittlung zum Bauvorhaben erstellt. Auf dieser Grundlage hat die Schatzmeisterin des Heimatvereins, Silvia Johann, in 2020 die Ausschreibungen erstellt und die Angebote der einzelnen Gewerke angefordert.  Zu Beginn 2021 wurden die günstigsten Firmen mit der Ausführung beauftragt. 

 

Der Eingangsbereich wird mit einer beidseitigen Treppe mit oberem Podest erneuert. Eine Erhöhung der Sicherheit ist durch Geländer zur Straße und Handlauf an der Wand gegeben (bisher nicht vorhanden). Es wird ein handwerklich gefertigtes Geländer aus Flach- und Quadratstäben gefertigt (analog Marktplatz 11). Als barrierefreien Zugang ist eine mobile Rampe für Rollstühle vorgesehen. 

 

Die neue Eingangstür wird eine Breite von 1,25 m haben. Sie wird als Massivholztür mit kassettenartigen Füllungen dem Baustil im Städtchen angepasst. Die verbliebenen alten Holzfenster im Dachgeschoss und die Hintereingangstür werden erneuert. 

 

Kleinere Elektroarbeiten werden durch ehrenamtliche Mitglieder ausgeführt. Die äußere Garagenwand wurde bereits durch den Arbeitseinsatz von fachkundigen Mitgliedern trockengelegt.

 

Die Sockelfliesen werden entfernt; es folgen Putz- und Malerarbeiten mit farblich abgesetzten Umrahmungen von Türen und Fenster. Der Schriftzug „Heimathaus Abenberg“ wird über der Haustür farblich dargestellt. Zur Verschönerung werden Holzfensterläden das Gesamtbild abrunden.

 

Der Heimatverein bedankt sich für die günstigen Angebote der einheimischen Gewerke: Bauunternehmung Friedrich, Spenglerei Bauer & Endner, Schreinerei Kuhn, Stuck Martin. Mit der Fertigstellung wird im Frühjahr gerechnet.

 

Der Heimatverein mit seinen 381 Mitgliedern und einem Jahresbeitrag von 10 Euro ist auf Spenden und Zuschüsse immer angewiesen. Wir danken der Stadt Abenberg für die ideelle und finanzielle Unterstützung und dem Gewerbeverein für die großzügige Spende von 5 T Euro sehr herzlich.

 

Wir wünschen unseren Mitgliedern und allen Einwohnern friedvolle und vor allem gesunde Weihnachtstage und einen guten Start ins Jahr 2022!

 

Silvia Johann

Schatzmeisterin, Heimatverein Abenberg

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Tradition Klöppelspitze

 Die Tradition der Klöppelspitze prägt die Stadt Abenberg seit mehr als vier Jahrhunderten. Angefangen vom historischen Ursprung hier im Kloster Marienburg, der ersten urkundlichen Erwähnung eines Spitzenhändlers im Jahr 1771, dem großen Aufschwung Mitte des 19. Jahrhunderts als internationales Zentrum der leonischen Metallspitze, bis zur Gründung der Klöppelschule 1913, dem Aufbau einer Museumssammlung in den 70er Jahren des 20. Jh. und zur Eröffnung des Klöppelmuseums 1981 reicht die lange Geschichte des Klöppelns in Abenberg. Heute ist die Belebung und Weiterentwicklung des traditionsreichen Kunsthandwerks der modernen Neugestaltung des Klöppelmuseums (Eröffnung 2001) mit sehenswerten Sonderausstellungen und dem großen Engagement des Heimatvereins, sowie der Klöppelschule zu verdanken.

Digitalisierung Klöppelmuseum
- Dankeschön an alle Sponsoren von 2016/17 und 2018

Das Projekt des Heimatvereins, das über drei Jahre angelegt war, fand nun im Stillasaal auf Burg Abenberg seinen Abschluss. Von mehr als 3.000 Sammlungsobjekten wurden alle bisher bekannten Daten, die dazugehörenden Fotos und alle Dokumente, die einem Objekt zuzuordnen sind, digital erfasst. Zu Objekten, zu denen es keine Bilder gab, wurden neue Inventarfotos erstellt.

Das Klöppelmuseum nimmt damit in Franken eine Vorreiterrolle ein.
Die grundlegende Aufgabe eines Museums ist der Erhalt von Kulturgut für die nachfolgenden Generationen. Deshalb sind Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln auch für das Klöppelmuseum und den Heimatverein die obersten Ziele. Grundlage für die systematische Entwicklung, Erforschung, Erhaltung, Verwaltung und Präsentation der Sammlung ist die wissenschaftliche Dokumentation und Inventarisation der Sammlungsobjekte. Besonders die einzigartige Textilsammlung, und den Bezug zu den Klöpplerinnen und Klöpplern in Abenberg sei hier genannt. Seit ca. 1830 traten durch den starken Aufschwung der fränkischen leonischen Drahtindustrie zunehmend die Metallspitzen in den Vordergrund, die bis heute ein Herausstellungsmerkmal für die Abenberger Klöppelspitze ist.

Zusammen mit der Museumsleitung hatte der Heimatverein Ehrengäste und Sponsoren eingeladen.

Die Spendensumme belief sich auf über 39.000 Euro!

Herausragend waren die bewilligten Gelder nach den Zuwendungsbescheiden in den Jahren 2016/17/18 der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, die ca. 1/3 der Gesamtkosten ausmachen.

Aber auch vor Ort fand das Projekt über die drei Jahre sehr große Unterstützung:
allen voran Bürgermeister Werner Bäuerlein, der sich in den verschiedenen Gremien für unser Anliegen stark machte sowie der HV-Vorsitzende Jürgen Kuhn.

Herzlichen Dank an alle Spender!

Folgende Institutionen trugen beachtlich mit einer Spende bei:
Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern
Förderkreis historische Burg Abenberg
Stadt Abenberg
Sparkasse und Sparkassenstiftung
Raiffeisen-Bank Roth-Schwabach
Gewerbeverein Abenberg
Zweckverband Burg Abenberg

Die Spenderfirmen in alphabetischer Reihenfolge:
Allcolor GmbH, Abenberg
Gabionen 24, Andrea Deutschle,  Weihenzell
Dentaltechnik Huber, Abenberg
Hofmann Betriebsgesellschaft mbH, Büchenbach
Landgasthaus Kaiser, Abenberg
Köppel Reisen + Transporte GmbH & Co. KG
Koschaum GmbH, Abenberg
Pferdehof Arnold, Abenberg
Rock Elektromotoren GmbH, Abenberg
Sportgaststätte Kompoyrakis, Abenberg

Auch die Privatpersonen sollen last but not least genannt werden:
Robert Gattenlöhner, Roth
Familienstiftung Heiling, Abenberg
Karlheinz Hiltl, Abenberg
Franz Kornbacher, Abenberg
Silvia Johann und Guido Jahn, Abenberg
Helga Sacher, Köln
Maria Sorsche, Abenberg

Ihnen allen ist die bleibende Tafel gewidmet, die im Eingang des Klöppelmuseums zu finden ist.

Der Vorsitzende des Heimatvereins, Jürgen Kuhn, begrüßte die Anwesenden, unter ihnen auch aus dem Bezirkstag Mittelfranken Robert Gattenlöhner mit Frau Elke und gab das Wort an Werner Bäuerlein, der in mehreren Funktionen involviert war; als Bürgermeister der Stadt Abenberg, vom Zweckverband und vom Förderkreis Burg Abenberg. Er betonte, wie wichtig es für die Museen, die Burg und die Stadt ist, die Klöppelexponate in die digitale Zukunft zu führen und bedankte sich bei den Verantwortlichen des Vereins, besonders bei Silvia Johann, die als ehrenamtliche Schatzmeisterin des Heimatvereins verantwortlich für die Beschaffung aller Geldmittel und die Finanzierung zeichnete, sowie bei Kerstin Bienert, der Museums-leiterin.

Franz Kornbacher, Heimatverein Ehrenvorsitzender und Kerstin Bienert, Museumsleiterin, präsentierten zehn ausgesuchte Highlights aus der Spitzensammlung des Klöppelmuseums und die Geschichten dazu. 

Einer der führenden Dienstleister, wenn es um die Digitalisierung von historischen Dokumenten und die Übernahme von Altarchiven in neue Datensystem geht, Gesellschaft zur Inventarisierung und Dokumentation CD-LAB aus Nürnberg, bekam den Auftrag zur Umsetzung der Projektierung im Jahr 2015. Ed Gartner, referierte fachkundig über den Aufbau, Umsetzung und letztendlich das Integrieren in übergeordnete Datenbanken wie z.B. „europeana“, „vino-online“ oder „bavarikon“. Auch die Verbindung zu Abenberg und ein bisher gehütetes Geheimnis gab er preis; nämlich in seinem Elternhaus mit Mutter und Schwester Maria geklöppelt zu haben.

Silvia Johann skizzierte die Arbeit des Fundraising in den Firmen und das Beantragen, Anfordern und Abrechnen von öffentlichen Geldern über die letzten Jahre. Sie bedankte sich für die tatkräftige Unterstützung mit einem Blumenstrauß bei der Projektleiterin der Firma CD-LAB Ramona Walter und der Museumsmitarbeiterin Inge Strobel. Auch Kerstin Bienert gebührt Dank, die die Digitalisierung anregte und das Projekt fachkundig begleitete und umsetzte.

Zum Abschluss bedankte sich Jürgen Kuhn und Franz Kornbacher mit einem Blumenstrauß bei Silvia Johann für die engagierte, zielstrebige und sehr erfolgreiche Arbeit und lud zum Umtrunk ins Foyer des Stillasaales ein.

Abenberg, 20.04.2019
gez. s.johann


Foto: Guido Jahn
Fotounterschrift: Dankeschönabend für die Förderer der Digitalisierung im Stillasaal