Die Tradition der Klöppelspitze prägt die Stadt Abenberg seit mehr als vier Jahrhunderten. Angefangen vom historischen Ursprung hier im Kloster Marienburg, der ersten urkundlichen Erwähnung eines Spitzenhändlers im Jahr 1771, dem großen Aufschwung Mitte des 19. Jahrhunderts als internationales Zentrum der leonischen Metallspitze, bis zur Gründung der Klöppelschule 1913, dem Aufbau einer Museumssammlung in den 70er Jahren des 20. Jh. und zur Eröffnung des Klöppelmuseums 1981 reicht die lange Geschichte des Klöppelns in Abenberg. Heute ist die Belebung und Weiterentwicklung des traditionsreichen Kunsthandwerks der modernen Neugestaltung des Klöppelmuseums (Eröffnung 2001) mit sehenswerten Sonderausstellungen und dem großen Engagement des Heimatvereins, sowie der Klöppelschule zu verdanken.

Digitalisierung Klöppelmuseum
- Dankeschön an alle Sponsoren von 2016/17 und 2018

Das Projekt des Heimatvereins, das über drei Jahre angelegt war, fand nun im Stillasaal auf Burg Abenberg seinen Abschluss. Von mehr als 3.000 Sammlungsobjekten wurden alle bisher bekannten Daten, die dazugehörenden Fotos und alle Dokumente, die einem Objekt zuzuordnen sind, digital erfasst. Zu Objekten, zu denen es keine Bilder gab, wurden neue Inventarfotos erstellt.

Das Klöppelmuseum nimmt damit in Franken eine Vorreiterrolle ein.
Die grundlegende Aufgabe eines Museums ist der Erhalt von Kulturgut für die nachfolgenden Generationen. Deshalb sind Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln auch für das Klöppelmuseum und den Heimatverein die obersten Ziele. Grundlage für die systematische Entwicklung, Erforschung, Erhaltung, Verwaltung und Präsentation der Sammlung ist die wissenschaftliche Dokumentation und Inventarisation der Sammlungsobjekte. Besonders die einzigartige Textilsammlung, und den Bezug zu den Klöpplerinnen und Klöpplern in Abenberg sei hier genannt. Seit ca. 1830 traten durch den starken Aufschwung der fränkischen leonischen Drahtindustrie zunehmend die Metallspitzen in den Vordergrund, die bis heute ein Herausstellungsmerkmal für die Abenberger Klöppelspitze ist.

Zusammen mit der Museumsleitung hatte der Heimatverein Ehrengäste und Sponsoren eingeladen.

Die Spendensumme belief sich auf über 39.000 Euro!

Herausragend waren die bewilligten Gelder nach den Zuwendungsbescheiden in den Jahren 2016/17/18 der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, die ca. 1/3 der Gesamtkosten ausmachen.

Aber auch vor Ort fand das Projekt über die drei Jahre sehr große Unterstützung:
allen voran Bürgermeister Werner Bäuerlein, der sich in den verschiedenen Gremien für unser Anliegen stark machte sowie der HV-Vorsitzende Jürgen Kuhn.

Herzlichen Dank an alle Spender!

Folgende Institutionen trugen beachtlich mit einer Spende bei:
Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern
Förderkreis historische Burg Abenberg
Stadt Abenberg
Sparkasse und Sparkassenstiftung
Raiffeisen-Bank Roth-Schwabach
Gewerbeverein Abenberg
Zweckverband Burg Abenberg

Die Spenderfirmen in alphabetischer Reihenfolge:
Allcolor GmbH, Abenberg
Gabionen 24, Andrea Deutschle,  Weihenzell
Dentaltechnik Huber, Abenberg
Hofmann Betriebsgesellschaft mbH, Büchenbach
Landgasthaus Kaiser, Abenberg
Köppel Reisen + Transporte GmbH & Co. KG
Koschaum GmbH, Abenberg
Pferdehof Arnold, Abenberg
Rock Elektromotoren GmbH, Abenberg
Sportgaststätte Kompoyrakis, Abenberg

Auch die Privatpersonen sollen last but not least genannt werden:
Robert Gattenlöhner, Roth
Familienstiftung Heiling, Abenberg
Karlheinz Hiltl, Abenberg
Franz Kornbacher, Abenberg
Silvia Johann und Guido Jahn, Abenberg
Helga Sacher, Köln
Maria Sorsche, Abenberg

Ihnen allen ist die bleibende Tafel gewidmet, die im Eingang des Klöppelmuseums zu finden ist.

Der Vorsitzende des Heimatvereins, Jürgen Kuhn, begrüßte die Anwesenden, unter ihnen auch aus dem Bezirkstag Mittelfranken Robert Gattenlöhner mit Frau Elke und gab das Wort an Werner Bäuerlein, der in mehreren Funktionen involviert war; als Bürgermeister der Stadt Abenberg, vom Zweckverband und vom Förderkreis Burg Abenberg. Er betonte, wie wichtig es für die Museen, die Burg und die Stadt ist, die Klöppelexponate in die digitale Zukunft zu führen und bedankte sich bei den Verantwortlichen des Vereins, besonders bei Silvia Johann, die als ehrenamtliche Schatzmeisterin des Heimatvereins verantwortlich für die Beschaffung aller Geldmittel und die Finanzierung zeichnete, sowie bei Kerstin Bienert, der Museums-leiterin.

Franz Kornbacher, Heimatverein Ehrenvorsitzender und Kerstin Bienert, Museumsleiterin, präsentierten zehn ausgesuchte Highlights aus der Spitzensammlung des Klöppelmuseums und die Geschichten dazu. 

Einer der führenden Dienstleister, wenn es um die Digitalisierung von historischen Dokumenten und die Übernahme von Altarchiven in neue Datensystem geht, Gesellschaft zur Inventarisierung und Dokumentation CD-LAB aus Nürnberg, bekam den Auftrag zur Umsetzung der Projektierung im Jahr 2015. Ed Gartner, referierte fachkundig über den Aufbau, Umsetzung und letztendlich das Integrieren in übergeordnete Datenbanken wie z.B. „europeana“, „vino-online“ oder „bavarikon“. Auch die Verbindung zu Abenberg und ein bisher gehütetes Geheimnis gab er preis; nämlich in seinem Elternhaus mit Mutter und Schwester Maria geklöppelt zu haben.

Silvia Johann skizzierte die Arbeit des Fundraising in den Firmen und das Beantragen, Anfordern und Abrechnen von öffentlichen Geldern über die letzten Jahre. Sie bedankte sich für die tatkräftige Unterstützung mit einem Blumenstrauß bei der Projektleiterin der Firma CD-LAB Ramona Walter und der Museumsmitarbeiterin Inge Strobel. Auch Kerstin Bienert gebührt Dank, die die Digitalisierung anregte und das Projekt fachkundig begleitete und umsetzte.

Zum Abschluss bedankte sich Jürgen Kuhn und Franz Kornbacher mit einem Blumenstrauß bei Silvia Johann für die engagierte, zielstrebige und sehr erfolgreiche Arbeit und lud zum Umtrunk ins Foyer des Stillasaales ein.

Abenberg, 20.04.2019
gez. s.johann


Foto: Guido Jahn
Fotounterschrift: Dankeschönabend für die Förderer der Digitalisierung im Stillasaal