Billy Wechsler Stellt buch vor

Billy Wechsler stellt Buch vor

Das mit dem Elisabeth-Engelhardt-Preis ausgezeichnete Manuskript "

Das Morgen ist der Schnee von Gestern" liegt nun in Buchform vor.

Vorstellung im Heimathaus Abenberg.   

„Stocki“ Binder und einige seiner zahlreichen phantasievollen Illustrationen aus dem Buch.

Unten die Original Sammler-Grafik als kleine Auflage im Heft.  Signiert von den Künstlern.

Abenberg – Manchmal dauert es etwas länger, bis gute Dinge reifen. Am Sonntag dem 30. Juli war es endlich soweit. Billy Wechsler stellte sein neues Buch „Morgen ist der Schnee von Gestern“ vor einem geladenen Publikum vor. Bereits im Jahr 2015 hat er für dieses Manuskript den begehrten Elisabeth-Engelhardt-Literaturpreis des Landkreises Roth gewonnen. Billy Wechsler,  1967 in Roth geboren, lebt und arbeitet in Abenberg und betätigt sich in bildender Kunst, Musik und Literatur, verfasst Liedertexte, hat eigene Fotografieausstellungen  mit Literaturlesungen verknüpft. Er ist eingefleischter Dialektsprecher, dem aber die „Literatur“  so viel bedeutet, dass er sie wie eine ganz besondere Sprache behandelt. Man kann Billy Wechsler an den verschiedensten Orten auftreten lassen. Jemand wie er, der sozusagen das kulturelle Terrain fast vollständig abdeckt und dabei immer sehr bescheiden, sehr freundlich und selbstgenügsam agiert, versteht es einfach sein Publikum zu unterhalten. Das hat er bei seiner Ansprache und Dankesrede für seine Sponsoren wieder einmal bewiesen. Denn obwohl durchaus Verlagsangebote vorlagen, hat sich Billy Wechsler als Herausgeber den Heimatverein Abenberg und die Unterstützung zahlreicher Gönner gesichert, um bei der Gestaltung des Buches unabhängig zu sein. Und gerade die Gestaltung trägt neben der ohnehin außergewöhnlichen Geschichte zum Reiz dieses Buches bei. Die Illustrationen wurden vom Abenberger Künstler Helmut „Stocki“ Binder besorgt, der den interessierten Besuchern anhand seiner ausgestellten Originalzeichnungen schilderte, wie schwierig sich dieses Unterfangen gestaltete. Denn wie stellt man visuell eine Frau dar, die ein Haus betritt und es gleichzeitig wieder verlässt? Und in Wechslers Geschichte wimmelt es von solchen Metaphern. Entsprechend phantasievoll sind die Illustrationen, die Binder meisterlich in Szene gesetzt hat.
Das Buch an sich ist schon ungewöhnlich gegliedert: „Der Morgen ist der Schnee von Gestern“,  ist ein sehr dicht geschriebenes, hochpoetisches Prosawerk, dessen einzige Absatzunterteilungen präzise Zeitangaben ab der Mitternachtssekunde 0.00 Uhr sind.  Man kann sich den Autor fast bildlich vorstellen wie er nächtens daran schrieb, und seine eigenen Wahrnehmungen und Erinnerungen zu Papier brachte, während man zugleich mit ihm diese seltsame Geschichte erlebt, eine ungewöhnliche Perspektive, deren Bann man sich kaum entziehen kann.
Sie beginnt mitten in Abenberg und führt nach und nach in einen eher magischen und poetischen Raum voller Träume, Sehnsüchte und Gerüche. Wenn das Ich des Autors etwa einen Raum in einem alten Haus betritt, dann klingt das so: („Es ist ein kleiner Raum. Ausgelegt mit Teppichen, die so alt sind, dass sie nur noch von ihren blassen Farben zusammengehalten werden. Jeder Schritt staubt. An der Wand kann man Tapetenreste erkennen, die schlafend nach unten rutschen und sich in Bodennähe übereinander schieben...“
 „Knappheit ist das große Stilmittel des Autors, der ja in der Region für seine Epigramme bekannt ist. Ein Liebesakt wird in nur ganzen vier Zeilen geschildert,  aber so dass jenseits aller Peinlichkeit alles gesagt ist. Scheinbar wird hier nichts „erzählt“ im landläufigen Sinne. Vielmehr fallen die Sätze einer nach dem anderen in den Raum der Stille und verführen den Leser gewissermaßen dazu, sich die dazugehörige Geschichte selber zu erzählen.“ so schilderte Reinhardt Knodt, Billy Wechsler bei seiner Laudatio zur Preisverleihung.
Typisch auch für Wechsler: Nicht er selbst liest bei seiner Buchvorstellung, sondern seine Gäste durften sich an je einer Seite versuchen und bei Kaffee und Kuchen einen erbaulichen Nachmittag verbringen und Einblicke in die ungewöhnliche Entstehung eines ebenso ungewöhnlichen Buches erhaschen.

Ab sofort ist das Buch bei Billy Wechsler bestellbar (E-Mail: wechsler-art@t-online.de).

Text und Fotos: Horst Binder